Irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass wir uns in einem rasanten Tennisspiel in mörderischer Geschwindigkeit befinden. In einem Spiel, dass nur am Netz gespielt wird. Vorhand-Volley folgt dem Rückhand-Volley und umgekehrt. Schlag auf Schlag geht es. Im Sekundentakt. Zeit zum Nachdenken gibt es nicht. So stark ist die Aktion von der Reaktion geprägt.

Und trotzdem wir denken die beste Strategie ausgewählt zu haben, täte es uns so gut einmal einen Schritt zurück vom Netz zu machen um zu realisieren, dass wir mit einer entspannten Longline-Vorhand den Punkt ebenso sicher machen können wie mit der kraftraubenden Spielweise am Netz. Es fehlt schlichtweg die Zeit um diesen Moment der Erleuchtung und Erleichterung zu erleben

Was das nun mit der digitalen Welt im Sportbusiness zu tun hat? Einiges kann ich euch sagen. Wie die Verrückten stehen wir am Netz. Informationen, Meinungen und Statistiken prasseln auf uns ein, wie an einem gewöhnlichen Spieltag im Sommer die Regentropfen in Wimbledon auf den Centre Court.

Und jedesmal folgt nur die eine Reaktion: Was bedeutet das für mein Business? Wie lässt sich dies oder jenes integrieren? Ist es nun das nächste ‚Big Thing‘, oder nicht. Und teilweise hypen wir in unseren Kreisen ungeniert in einem fort. Wir diskutieren untereinander und merken nicht, dass wir mit dieser Strategie einem sturen und alternden Tennisass am Ende seiner Laufbahn, ähneln.

Bild: (Flickr-com / boskizzi)

Dabei täte es uns oftmals gut ein wenig auf die zu hören, welche nicht die Erfahrung oder Einflüsse erlebt haben wie wir. Auf die, für welche wir jeden Tag auf dem Platz stehen. Auf die, welche nicht im Traum daran denken würden ihr ganzes Spiel am Netz zu verbringen. Für die welche den Abstand zum Geschehen haben, weil sie überhaupt kein Tennis spielen, sondern nur in der Arena sitzen um ein schönes Erlebnis feiern zu dürfen.

Also lasst uns einfach mal beim Stand 6:6 im fünften Satz das Spielfeld verlassen und auf der Tribüne Platz nehmen. Für einige, wenige Minuten durchatmen, die Augen schließen und völlig entspannt auf den Platz zurückkehren. Den Ball im Spiel halten, abwarten, ans Netz gehen und angreifen um im entscheidenden Moment wieder zurück an die Grundlinie zu kommen und eine feine Rückhand zu spielen. Eine lockere, enstpannte, souveräne und reflektierte Rückhand entlang der Linie zum Sieg.

Bild: (Flickr.com / Swiv )

4 Gedanken auf \"Warum es so wichtig ist als Social Media Manager den Schritt zurück zu machen\"

  1. An sich ein schönes Bild. Aber an dieser Stelle bin ich mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe:

    „Dabei täte es uns oftmals gut ein wenig auf die zu hören, welche nicht die Erfahrung oder Einflüsse erlebt haben wie wir.“

    Sind das nicht gerade diejenigen, welche dieses ständige Spektakel am Netz fordern? Bin ich als Spieler – voll in meinem Element – nicht an guten Aufschlägen, harten Grundschlägen mindestens genauso interessiert? Wollen sich erfahrene Hasen wirklich jedes Mal so verkünsteln? Ich weiß ja nicht so recht. Persönlich finde ich die Faszination auch eher an der Stelle aus der Defensive den Ball Longline zu spielen oder den Gegner mit einem unerreichbaren Dropshot zum Laufen zu bringen mindestens genauso spannend.

    Auch wenn das alles nicht mehr ganz so schön in das Bild passt.. aber das überlasse ich dann dir 😉

    Das mit dem Tiebreak im fünften halte ich nicht für so falsch. Zwar brauch man auch davor seine Auszeiten, aber sich vor dem letzten, großen Schlag noch mal zu besinnen ist in jeder Hinsicht wichtig. Aber lassen wir es mal mit der Politik 😉

  2. Ok jetzt bin ich mir nicht sicher ob ich Dich verstehe 😉

    Für mich sind „die auf welche wir hören sollen“, genau die Personen für die wir arbeiten. In der täglichen Arbeit sollten diese immer im Zentrum stehen, völlig klar.

    Wenn es um den Umgang mit Informationen und die Einschätzung von Entwicklungen und Neuigkeiten geht, so täte es – und dabei bleibe ich 😉 – vielen gut einfach mal einen Schritt zurück zu machen.

    Nicht das man diese nicht mehr wahrnehmen soll, sondern dass man mit ein wenig Geduld, Erfahrung und eben einem guten Gehör auf die Wünsche des Kunden/Fans gelassen beobachtet und dann den richtigen Schritt im richtigen Moment zu unternehmen.

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